Irland und der Tourismus. Fluch oder Segen?
Ein paar wenige, die heute Urlaub in Irland machen, suchen vielleicht insgeheim nach der ländlichen Idylle aus Heinrich Bölls Tagebüchern. Nach den Bauern und Tagelöhnern, die man am Abend im Pub trifft. Nach grünen Wiesen mit hingetupften weißen Schafen. Nach goldgelbem Whiskey und samtigem dunklen Guinness.
Aber den meisten Touristen genügt das nicht mehr. Event-Urlaub ist angesagt, Freeclimbing und Surfen, Radfahren und Hochseeangeln, Schlemmen im Schlosshotel und Musikfestivals in gefühlt jedem Dorf am Straßenrand. Dazu Instagramtaugliche Postkartenmotive am Besten vom Autofenster aus, ohne anzuhalten und auszusteigen.
Der Wild Atlantik Way ist die Hauptschlagader einer boomenden Freizeit-Industrie, in die Irland jährlich Millionen investiert. Manchmal auch in fragwürdige Projekte, die den Charme der irischen Seele bedrohen und so manchen Geheimtipp in ein weiteres Disneyland verwandeln werden. Braucht es wirklich einen Burren Skywalk oder noch eine weitere ‚This is Ireland‘-Experience?





